Rauchmühle Salzburg | Salzburg

Ort

Salzburg

Wettbewerb

2015, 1. Preis im geladenen, anonymen, einstufigen Gutachterverfahren inklusive Landschaftsplanung mit nachgeschaltetem, kooperativem Workshop-Verfahren

Auslober

Anton Rauch GesmbH & Co KG

Fläche

21.000 m²

Projektpartner

Architekt Lukas Schumacher

Mitarbeit

DI Ulrike Simschitz

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    Übersichtsplan
    Dachdraufsicht

  • 07_02_diagramme-rauchmu-hle

    Diagramme
    Landschaftsraum– Komposition - Elemente

  • 07_03_wb-rauchmu-hle_aussenanlagen_20150326_1zu200_ausschnitt

    Freiraumplan
    Ausschnitt

  • 07_04_am-kanal

    Perspektive
    "Vier Terrassen am Kanal"

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Landschaftsraum Rauchmühle – Fortschreiben der Geschichte

Früher lag die Rauchmühle abseits der Stadt, heute wird sie zum Zentrum des neuen Viertels. Der Mühlbach war einst Lebensader und Energielieferant, er hat die Entwicklung hier in Lehen erst ermöglicht. Auch wenn die Geschichte der Mehlproduktion ein Ende gefunden hat, so soll die Geschichte am Standort weitergeschrieben werden. Mühlengebäude und die Ceconi Villa bleiben als Zeugnisse der geschichtlichen Entwicklung erhalten. Sie werden zum räumlichen und funktionalen Zentrum des neuen Viertels. Ohne Mühlbach kein Mehl – seine Öffnung, Freilegung und stringente Führung durch das Viertel sind eine Reminiszenz an früher. Die Qualität des fliessenden Wassers im Kanal wird erlebbar gemacht.

Im Spannungsraum zwischen einer an funktionalen Grundsätzen orientierten ehemaligen Industriefläche und dem Glanbach spannt sich das neue Viertel auf, die Grenzen bleiben offen. Die Glanlandschaft als übergeordneter Grün- und Freiraum zeiht durch das Viertel. Auch hier wird das Element Wasser wieder erlebbar gemacht, als zusätzliche Ebene zur räumlich-ökologischen Uferzonenerneuerung und Restrukturierung.

Die Orientierung des Viertels zur Glanlandschaft ergibt sich aus den räumlichen und strukturellen Grenzen, so können sich gleichzeitig Funktionen im Gebiet überlagern und ergänzen: Spielen am Mühlbach-Kanal, Chillen am Ufer der Glan, mit dem Rad ins Stadtzentrum. Baumreihen und Gehölzgruppen verstärken Sicht- und Blickbeziehungen - auch hier wieder Kontraste zwischen streng-formaler Kastanienreihe am Mühlbachkanal (Kastanien, einst Getreideersatz für die Mehlproduktion) und einer naturähnlichen Landschaft im neuen „Glanpark“. Das Spiel mit den Geländeniveaus ermöglicht die Uferzone entlang der Glan gegenüber dem Bauplatz minimal tiefer anzulegen. So entsteht für die Vorbeikommenden am Geh- und Radweg eine sanfte Raumgliederung.

Das Spiel mit Referenzen an die Geschichte der Mühle findet sich im Detail wieder:
4 Wassserbecken erinnern an die einstigen 4 Mühlräder. Der Gräserpark symbolisiert das Getreide, nährstofflieferant für die Mehlherstellung. Kiesflächen, unterschiedlicher Kornfraktionen lassen Vergleiche mit den Feinheitsgraden und Mahlstufen des Mehls zu.
Die räumliche Differenzierung im neuen Viertel – öffentlich / gemeinschaftlich nutzbare Flächen, Rückzugsräume in Gemeinschaftsgärten oder den offenen Wiesen- und Spielflächen, von der Hausgemeinschaft bespielbare Vorzonen in Eingangsnähe – ermöglicht vielfältige Nutzungen.